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Marcel Tanner mit dem renommierten Brandenberger-Preis 2023 ausgezeichnet


Bild: Annette Boutellier


Grosse Ehre für Marcel Tanner: Der Ehrenpräsident der R. Geigy-Stiftung erhält den renommierten Preis der Stiftung Dr. J. E. Brandenberger. Sie würdigt damit Marcel Tanners jahrzehntelangen Einsatz für die Gesundheit vernachlässigter Bevölkerungsgruppen rund um den Globus sowie für einen besseren Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.


Marcel Tanner, Präsident der Akademien der Wissenschaften, Direktor emeritus des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) und Ehrenpräsident der R. Geigy-Stiftung erhält den renommierten Brandenberger-Preis. Die Stiftung Dr. J. E. Brandenberger würdigt Marcel Tanners jahrzehntelangen Einsatz auf dem Gebiet der Erforschung und Kontrolle von Krankheiten der Armut, der Stärkung von Gesundheitssystemen und der Förderung des Dialoges zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. «Marcel Tanner hat mit seinem der Humanität verpflichteten Wirken sowie mit seinem Einsatz für den Dialog zwischen Politik und Wissenschaft zur Verbesserung der Lebensbedingungen vieler Menschen beigetragen», betont die Stiftungsratspräsidentin, Monica Duca Widmer, in der Medienmitteilung.


Von der Wissenschaft zur Umsetzung


Für Marcel Tanner ist exzellente Wissenschaft nie Selbstzweck. Sie ist lediglich die Voraussetzung, um Ungleichheiten beim Zugang zu «Gesundsein» und «Gesundbleiben» zu sichern und somit einen Beitrag für das Wohlergehen von vernachlässigten Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Er propagiert deshalb eine Wissenschaft, die die ganze Wertschöpfungskette, von der wissenschaftlichen Innovation, über die Validierung von Forschungsresultaten bis hin zu deren Umsetzung in Gesundheitssystemen einbezieht .

Vor allem in Afrika und Asien engagierte sich Marcel Tanner für die Bekämpfung von Armuts- und vernachlässigten Krankheiten, schuf Zentren und Netzwerke, die Wissenschaft und Politik zugunsten breiter Bevölkerungskreise verbinden, setzte sich für einen einfachen Zugang zu Medikamenten ein und förderte unzählige lokale wissenschaftliche Nachwuchskräfte. In der Corona-Pandemie war er als international anerkannter Epidemiologe ein exponierter Vermittler zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Damit trug er dazu bei, die Pandemie und ihre Bekämpfung in der breiten Öffentlichkeit der Schweiz und durch Mitwirken in Expertengruppen in Afrika besser verständlich zu machen.


«Ich bin sehr dankbar und glücklich über diese Ehre», sagt Marcel Tanner über den Erhalt des Brandenberger-Preises. «Doch möchte ich diese Auszeichnung aber sicher nicht auf mich persönlich beziehen, sondern sehe sie als schöne Anerkennung für alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich im Netzwerk der Akademien und des Schweizerischen Tropen- und Public Health Instituts (Swiss TPH) und überall auf der Welt dafür einsetzen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse besser und einfacher den Weg in Politik und Gesellschaft finden. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, ob der Dialog funktioniert und wo er verbessert werden kann.»


Ein Leben für die Globale Gesundheit


Marcel Tanner absolvierte ein Studium der medizinischen Biologie an der Universität Basel, das er 1979 mit einer Dissertation über die Afrikanische Schlafkrankheit abschloss. Zwei Jahre später übernahm er die Leitung des Feldlabors des damaligen Schweizerischen Tropeninstituts (heute: Swiss TPH) in Tansania, das er mit lokalen Partnern zu einem tansanischen Forschungs- und Public Health Institut kontinuierlich ausbaute. Zurück in Basel und nach einem Master in Public Health in London wurde ihm der Aufbau des Departements «Gesundheitswesen & Epidemiologie» am Swiss TPH übertragen. Unter seiner Leitung als Direktor (ab 1997) entwickelte sich das Swiss TPH zu einem weltweit anerkannten Institut der Globalen Gesundheit. Als ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg erwies sich die Verbindung zwischen Lehre, Forschung und verschiedensten Dienstleistungen (Reisemedizin, Beratungs- und Umsetzungsmandate.). Marcel Tanner und seine Teams spielten eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Malaria und den sogenannten Public Private Partnerships (PPPs), welche die Entwicklung neuer Therapien gegen Armutskrankheiten initiierten und förderten. Marcel Tanner war ordentlicher Professor an der Universität Basel und dort auch Dekan der philosophisch-naturwissenschaftlichen Fakultät. Er war und ist eine Inspiration für zahlreiche Studierende, Doktorierende und Gesundheitsfachleute, deren Arbeiten er betreut oder deren Karriere er aktiv förderte. Heute präsidiert er die Akademien der Wissenschaften Schweiz und stellt seine Expertise zahlreichen nationalen und internationalen Gremien zur Verfügung.

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